Volksmusik im Volkshaus Zürich

Volksmusik im Volkshaus – Hintergrund
In den goldenen 20er Jahren bis in „the roaring sixtees“ war Zürich eine Hochburg der Ländlermusik. Ja, man kann sogar sagen, der Begriff „Ländler“ wurde in Zürich geprägt. Stars von damals waren die Kapelle Stocker Sepp (er hatte gleich mehrere Formationen am spielen), sowie der legendäre Kasi Geiser, und später Jost Ribary u.v.a.m. Die Kapellen spielten auf zum Tanz oder luden ein zum gemütlichen Zuhören.

In den 70 – 80iger Jahren herrschte ein anderer Zeitgeist. Volksmusik war „out“ und die Ländlermusik verschwand praktisch ganz aus der Stadt Zürich. Im Restaurant Rietberg konnte man zwar noch in den 90iger Jahren den legendären Rees Gwerder live sehen und hören, aber sein Publikum kam aus der Innerschweiz oder von sonstwoher angereist.

Nichts bleibt gleich, alles wandelt sich stetig, auch die Musik-Strömungen. Jetzt ist die Zeit reif für eine sich „wandelnde“ Volksmusik. Seit einigen Jahren bereits erlebt die Schweizer Volksmusik eine Renaissance, und dies nicht bloss auf Grund der Tatsache, dass sie wieder vermehrt gespielt wird, sondern sie erlebt eine „innere Erneuerung“.

Andere Tonalitäten und Rhythmen sind hinzugekommen. Andere KünstlerInnen als die „Stumpenraucher im Sennenhemd“ finden jetzt wie selbstverständlich zur Volksmusik. Die heutige neue, andere oder aktuelle Volksmusik ist nicht mehr ein Statement zum Patriotismus. Der Volksmusik-Boom entspringt dem Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, einer Wurzelsuche in weltoffener Haltung und dass dabei zeitgemässe Musikströmungen in die Volksmusik einfliessen ist völlig natürlich und belebend. Denn so ist das Wesen der Volksmusik, es gibt keinen Anfang, alles entwickelt sich immer aus dem Vorangehenden heraus. Alte tradierte Formen werden neu gedeutet, immerfort.

Viele junge, gutausgebildete Musiker verschaffen sich einen eigenen Zugang und pflegen einen spielerischen Umgang mit Tradition und Moderne. Am besten zu sehen ist dies jeweils an der „Stubete am See“ in der Tonhalle oder am „Volksmusikfest Altdorf, an der „Pöschti Stubete“ oder auch am äusserst erfolgreichen Festival „Obwald“.

Nun scheint es uns an der Zeit einen Ort der Kontinuität in Zürich zu schaffen und welcher wäre da besser geeignet als das Volkshaus am Helvetiaplatz, mitten im urbanen Zentrum.

“Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ (Gustav Mahler)

Idee
Auf diesem Hintergrund werden wir also die erneuerte Volksmusik in Zürich wieder „auswildern“. Nicht als museale Heimatpflege sondern als Auseinandersetzung mit dem Thema Tradition im Kontext der Zeit. Durchgeführt als eine Veranstaltungsreihe im Volkshaus, zweimal pro Monat, einmal konzertant und einmal mit der ungezwungenen Möglichkeit zu tanzen. Dabei soll man aber auch „bloss“ zuhören können.

Die namhaftesten Künstler dieser Szene haben begeistert zugesagt.

Ziel
Wir Veranstalter sehen es als unsere Aufgabe, MusikerInnen zu motivieren, einen neuartigen, experimentellen Umgang mit der traditionellen Volksmusik zu wagen und mit der Plattform „VOLKSMUSIG IM VOLKSHUUS“ einem offenen und urbanen Publikum zu präsentieren. Wir verstehen die neue Reihe von Volksmusik Konzerten und „Musig und Tanz-Abenden“ nicht als sentimentalen Retro-Blick auf die überlieferte Musiktradition, sondern als Herausforderung, Anlässe zu organisieren, die spürbar zeigen, dass die zeitgemässe Volksmusik ein frisches, aktuelles Image hat, ohne dass die MusikerInnen ihre Wurzeln verleugnen müssen. Ebenso sehr ist uns die Unterstützung und Förderung junger VolksmusikerInnen ein Anliegen. In der zeitgemässen Schweizer Volksmusik werden tradiertes Liedgut und traditionelle Musikstücke aufgearbeitet, neu bearbeitet und somit aktualisiert. Der spielerische Umgang mit dem überlieferten Musik-Material ermöglicht der Volksmusik eine neue und spannende Zukunft. Sammlungen und Archive werden entdeckt, Lieder wiederentdeckt und diese bieten ein inspirierendes Betätigungsfeld, einen wahren Fundus für neue musikalische Musik-Projekte, zur Freude von jedermann und jeder Frau.

Leitung
Mit Corin Curschellas und Dide Marfurt haben zwei erfahrene Exponenten die künstlerische Leitung dieser „neuen“ Volksmusik-Reihe übernommen. Die beiden Musiker kennen die Szene von Innen, haben sie in den vergangenen Jahren aktiv mitgeprägt und sind natürlich mit den wichtigen Protagonisten persönlich bekannt. Das verspricht dem Programm ein hohes Niveau! Durch die Diversität dieser zwei leitenden Personen ist ein möglichst breites Spektrum garantiert. Als „Backbone“ des kuratierenden Duos fungiert Tobias Bolfing, ein erfahrener Booker und Kulturagent der jungen, digitalen Generation. Als Gastronom steht mit Koni Frei ein Mann zur Verfügung, der in Zürich seit langen Jahren viel bewegt und leistet.

Namhafte Persönlichkeiten Unterstützen die Crew als Beirat mit Ideen und Taten: Thersa van Laere,(ehemalige Chefin MGB Abteilung Musik und ehem. Leiterin Zentrum am Obertor Winterthur)
Florian Walser, (Künstlerischer Leiter der Stubete am See)
Dr. Dieter Ringli, ( Musikethnolge mit Schwerpunkt CH Volksmusik, Buchautor)
Silvia De Lorenzi,( Präsidentin des GVS, (Gesellschaft für die Volksmusik in der Schweiz), Expertin für Tessiner Volksmusik)
Christian Schmid, (ehemaliger Redaktor DRS „Schnabelweid,Mundartexperte) Alain Croubalian, (Kulturkorrespondent RTS)
Fritz Hegi (Dozent,Musiker,Buchautor) Jean Zuber, (Swiss Music Export)

Für spezielle Beratung und als Joker für spezielle Aufgaben vor Ort: „Punky“ Markus Kenner (Musikkenner & Musikfreund)

Illustrativ und grafisch wird das Projekt von Andrea Caprez & Christina Baeriswyl begleitet.

Ausblick
Angedacht ist die Idee, 2018 während des Umbaus der Tonhalle, mit der Stubete am See zusammenzuarbeiten und sie ins Volkshaus zu verlegen.

Innovation
Scope.tv wird so viele Veranstaltungen als möglich ins weite Universum des Internet streamen.

Kontakt
Verein zur Förderung aktueller Volksmusik Tobias Bolfing
Hubackerstrasse 23
8105 Regensdorf
079 203 30 75 info@volksmusig-im-volkshuus.ch